Die Geschichte des SV 1920 Ober-Mörlen e.V.

Bald nach dem 1. Weltkrieg versuchten fußballbegeisterte junge Männer dem Fußballsport in Ober-Mörlen den Weg zu bahnen. Da aus der Gründungszeit keinerlei Unterlagen in Form von Protokoll- oder Kassenbücher oder anderen Aufzeichnungen vorhanden sind und da auch die sämtlichen Unterlagen des Turnvereins 1901 Ober-Mörlen vernichtet wurden, ist es schwierig die Geschichte des Sportvereins genau zu beschreiben.

 

1920

Nach mehreren Versuchen konnte 1920 eine Fußballmannschaft als Unterabteilung des Turnvereins 1901 in Erscheinung treten und Spiele mit auswärtigen Mannschaften austragen. Durch den Anschluss an den damaligen Süddeutschen Fußballbund entstand ein geregeltes Spielgeschehen und schon am Ende des Spieljahres 1920/21 war der Aufstieg in die B-Klasse geschafft, nachdem der damaligen Mannschaft die Meisterschaft in der C-Klasse gelungen war.

Zwischen der Fußballabteilung, an deren Spitze Friedrich Bell, ehemaliger Bürgermeister, später der Bäckermeister Wilhelm Martin Heil stand und dem Turnverein entwickelten sich gar bald Spannungen, die hauptsächlich in finanzieller Auseinandersetzung ihre Ursache hatten. Die Folge davon war, dass mit Beginn des Jahres 1924 die Fußballabteilung als selbstständiger Sportverein erschien.

Wie heute in verstärktem Maße, spielte in der Inflationszeit und auch nachher das Geld eine gewichtige Rolle. Finanzielle Fragen waren mit der Hauptgrund, dass am Ende des Jahres 1929 der Spielbetrieb eingestellt werden musste, obwohl dadurch der Sportverein nicht aufgelöst wurde, sondern weiterbestand, bis er 1933 wieder zu neuem Leben erweckt wurde.

Wenn heute die Sportplatzfrage durch die Gemeindeverwaltung geklärt ist, wenn die sporttreibenden Verbände den Sportplatz, der jetzt Eigentum der Gemeinde ist, ohne Benutzungsgebühren zur Verfügung steht, so war dies bis zum Jahre 1933 wesentlich anders. Erst durch die Feldbereinigung, die Ende 1932 abgeschlossen werden konnte, wurde das damalige Sportplatzgelände - heute ist auf diesem Gelände die Usatalhalle errichtet - zum Eigentum der Gemeinde. Vorher hatte insgesamt 5 Landwirte kleinere oder größere Parzellen im Sportplatzgelände liegen. Mit ihnen mussten Pachtverträge abgeschlossen werden. Die Pachtsätze wurden laufend in die Höhe geschraubt und lagen weit über den ortsüblichen Pachtsätzen. Während der Inflationszeit mussten Ackerpachten teil und zeitweise in Naturalien, meist Getreide bezahlt werden. Nach der Inflationszeit wurden neue Pachtverträge abgeschlossen auf Goldmark bzw. 1/42 Dollar basiert, durch die der Sportverein verpflichtet wurde, jährlich rund 250 Goldmark aufzubringen. Die Aufbringung dieser zu damaliger Zeit sehr großen Summe bereitete dem Verein sehr große Sorgen. Der Mitgliederbestand war klein, der zu entrichtende Beitrag gering und Zuschauergebühren ? pro Kopf 10Pf, Jugendliche 5Pf und - ein großer Teil der Zuschauer verschwand, wenn "der Mann mit der Sammelbüchse" auftauchte. Das war in der guten alten Zeit.

Die Parteipolitischen Verhältnisse brachten es dann mit sich, dass 1922 der in "Arbeiter-Sport-Verein" und nicht viel später die D.J.K. (Deutsche Jugend-Jugendkraft) enstanden und das beide Verbände das Fußballspiel pflegten.

In einer Versammlung am 10. November 1928 beschloss der stark zusammengeschrumpfte Verein, den Spielbetrieb einzustellen, sich aber nicht aufzulösen, sondern abzuwarten.

In diesem Zusammenhang sei noch berichtet, dass der Sportverein im Sommer 1925 ein Sportfest veranstaltete, das letztenendes eine Pleite war und dazu beitrug, den Blick in die Zukunft zu verdunkeln. Es soll aber auch darauf hingewiesen werden, dass auch noch andere Hemmnisse dem Fußballsport im Wege standen. Dies zeigt ein Protokoll der Schulvorstandssitzung vom 26.4.21 verbunden mit einem Elternabend der Schüler der Klasse 1a auf.In dieser Sitzung wurde beschlossen, das den Schülern die Teilnahme am Fußball untersagt wird. Die Meinung der Eltern wurde durch geheime Abstimmung festgestellt.33 Stimmen waren für das Verbot 1 dagegen und 1 Zettel weiß abgegeben worden. Das Protokoll wurde durch den Schulvorstand unterzeichnet, und zwar durch die nachstehend genannten Herren: Pfr. Michel, Lehrer Schittler, Bürgermeister Geibel, Lehrer Grünsfelder und die beiden folgenden Mitglieder des Gemeinderates Theodor Hahn und Wilhelm Fedler.

Als das "Tausendjährige Reich" begann wurden die beiden Fußball treibenden Vereine Arbeiter-Sportverein und D.J.K als Staats gefährdent mit einem Federstrich aufgelöst.

 

1930

Aber auch unter den neuen politischen Machthabern lebte der Fußballsport in Ober-Mörlen wieder auf. Im Einverständniss mit den damaligen "Hoheitsträgern" der NSDAP berief der Installateur Jakob Preiß - er war in den Jahren vor und nach 1933 Schiedsrichter - für den 12.8.33 eine Versammlung in das damalige Gasthaus "Zur Wetterau" ein, zu der die damaligen Mitglieder des SV 1920 eingeladen wurden, die dem Sv 1920 Ober-Mörlen die Treue gehalten hatten. Deren Wunsch war es auch, den alten Sportverein 1920 zu beleben.

An der Neugründungsversammlung nahmen 24 der am Fußball interessierten Kameraden teil, in der folgende Tagesordnung zu beraten war:
1.Neugründung des Vereins
2.Bestimmung des Vorstandes (damals wurde nicht gewählt)
3.Spielaufnahme
4.Verschiedenes

Die Leitung der Versammlung lag in den Händen des von der NSDAP beauftragten Jakob Preiß. Dieser Gab die Bestimmungen für das Bestehen eines Sportvereins im damaligen NS-Staat bekannt und ernannte Wilhelm Martin Heil zum Vereinsführer. Heil erhielt den Auftrag seine Mitarbeiter zu bestimmen.Diese waren P.Kaiser, stell. Vereinsführer, K.Jeckel, Schrift - und Kassenwart, Adolf Adelmann, Sport - und Geländewart,A.P. Wide, Spielausschussvorsitzender und H.Heller, Beisitzer. Diese Personen mussten der Kreis- und Gaubehörde gemeldet werden und wurden dann von diesen Stellen in ihrem Amte bestätigt.

Es sollten nun vor allem aktive Mitglieder geworben werden und so konnte die erste Spielerversammlung auf den 26.8.33 festgelegt werden. Der Monatsbeitrag betrug 0,25RM. Als Vereinsfarbe wurde grün-weiß gewählt. Nun begannen wieder die Rundenspiele und die Saison 1935/36 brachte bereits den Aufstieg in die A-Klasse und im folgenden Jahr 1936/37 konnte bereits der Aufstieg in die Bezirksklasse gefeiert werden. In dieser Spielklasse konnte die 1.Mannschaft bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges und auch während des Krieges verbleiben, bis schließlich die Kriegsverhältnisse alle sportliche Tätigkeit unmöglich machten. Selbstverständlich waren auch eine 2.Mannschaft sowie Jugend- und Schülermannschaften vorhanden, die ebenfalls an Rundenspielen teilnahmen.

Die Leitung des Vereins hatte seit dem 15.1.37 bis zum Kriegsende der Lehrer P.Kaiser, der in vorgenannter Generalversammlung mit überwiegender Mehrheit zum Vereinsführer gewählt wurde. Sofort nach Ausbruch des Krieges wurden sowohl der 1.Vorsitzende sowie viele Spieler der 1.und 2.Mannschaft zur Wehrmacht einberufen. Darunter litt der Spielbetrieb außerordentlich und es entwickelte sich ein in "Gastspieler- System", das auch nicht viel half, so dass der Spielbetrieb ganz zum Erliegen kam. Auch die Jugendmannschaften konnten während des Krieges nur noch abund zu spielen. Bald war auch dem ein Ende gesetzt, weil Eingriffe und Vorschriften der Hitlerjugend die Spieltätigkeit einengten und zum Schluss lahmlegten.

Obwohl der Vereinsvorsitzende Kaiser ab 1941 nach Entlassung von der Wehrmacht dem Verein wieder zur Verfügung stand, war ein geregeltes Vereinsleben nicht mehr möglich. Ständige Veränderungen innerhalb des Vorstandes und der Mannschaften ließen keine gedeihliche Vereinsarbeit mehr zu. In vereinzelten Besprechungen wurden die unbedingt notwendigen Vereinsangelegenheiten geregelt und die Anordnungen des Reichsbundes für Leibesübungen im Notwendigsten erfüllt.

Nach dem Einmarsch der Amerikaner wurden auf Grund der Anordnungen der Siegermächte alle Sportvereine aufgelöst.

Nach dem Zusammenbruch dauerte es sehr lange bis die Besatzungsmächte Lizenzen zu Neu- und Wiedergründungen erteilten. Während nach 1933 für alle Funktionäre die arische Abstammung erforderlich war, wurde nach 1945 eine demokratische, antifaschistische und einwandfreie pazifistische Gesinnung der Funktionäre verlangt. Hier war es den Siegermächten vorbehalten die Lizenzen erst zu erteilen nachdem Fragebogen, Gutachten usw. geprüft worden waren.

 

1945

Am Ende des Jahres 1945 konnte der neue - alte - Sportverein wieder sein Vereinsleben aufnehmen. Die Vereinsführung übernahm F. Bell, der damals das Bürgermeisteramt noch nicht inne hatte. Es wurden erneut Mannschaften gebildet und in den Spielbetrieb des Kreises Friedberg eingereiht. Den Kampf um die Punkte begann die 1.Mannschaft in der A-Klasse. Das Vereinsleben kam wieder in Schwung und der Mitgliederbestand vergrößerte sich ständig.

 

1950

Da während des Krieges und auch kurz danach die Feier des "Silbernen Vereinsjubiläums" nicht möglich war, feierte man am 12./13.8.50 im kleinen Rahmen das 30-jährige Bestehen.

An allen Festlichkeiten der hiesigen Ortsvereine nahm der Sportverein teil und ließ auch Veranstaltungen geselliger Art für seine Mitglieder nicht zu kurz kommen.

Der alte Sportplatz "An der Rütsch" wurde entsprechend den Vorschriften in Gemeinschaftsarbeit hergerichtet. Zum 30-jährigen Jubiläum erhielt der Sportplatz eine Begrenzung von eisernen Rohren und 1954 wurde mit Hilfe von Gemeinde-und Toto-Mitteln der ganze Sportplatz mit einer Bretterwand eingezäunt.

In den Meisterschaftsspielen der Saison 1949/50 gelang der 1.Mannschaft wieder der Aufstieg in die damalige Bezirksklasse Frankfurt-West, aus der sie aber nach zwei Spieljahren wieder absteigen musste. Aber bereits im darauffolgenden Jahr (Saison 1952/53) konnte der Aufstieg zur Bezirksklasse Frankfurt-Ost wieder erfolgreich abgeschlossen werden. Die Dauer in dieser Spielklasse währte wiederum nur ein Jahr und ab 1954 gehört der Sportverein ununterbrochen der A-Klasse an. Trotzdem, dass der Verein zum Saisonende 1954/55 die Meisterschaft in der A-Klasse des Sportkreises Friedberg feiern konnte, war es den Spielern der 20er nicht vergönnt erneut in einer höheren Klasse zu spielen, weil sie sich in den damals noch üblichen Aufstiegsspielen nicht qualifizieren konnten.

Infolge beruflicher überlastung trat Bürgermeister Bell von seinem Amt als 1.Vorsitzender zurück. Als neuer 1.Vorsitzender wurde 1952 Ingenieur Willi Adelmann gewählt, der dieses Amt Ende des Jahres 1954 niederlegte. Der damalige 2.Vorsitzende, Architekt Karl-Heinz Burk, leitete die Geschicke des Vereins weiter und wurde dann in der ordentlichen Generalversammlung am 7.5.1955 einstimmig zum 1.Vorsitzenden gewählt.

 

1960

Im Jahre 1960, am 18. und 19.Juni, konnte der Sportverein 1920 sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Die Durchführung des Jubiläums lag in den Händen des damaligen 1.Vorsitzenden Karl-Heinz Burk und seiner Vorstandskollegen, während die Schirmherrschaft Bürgermeister Fritz Bell angetragen war. Das Fest war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Das Festzelt befand sich auf dem Freigelände unterhalb des alten Sportplatzes.

Nachdem in der Generalversammlung des Jahres 1962 der seitherige Vorsitzende Karl-Heinz Burk aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung stellte, wurde das langjährige Vorstandsmitglied Fritz Fischbach mit der Leitung der Vereinsgeschicke beauftragt. Sein Wirken erstreckte sich auf die Zeit bis zum Jahre 1965, als dieser auf eine Wiederwahl verzichtete. Hier war es Adolf König, der sich bereitfand, das Vereinsruder zu übernehmen, der dieses Amt bis im Jahre 1968 inne hatte. Als König im Jahre 1968 eine Wiederwahl nicht annahm, stellte sich erneut Fritz Fischbach zur Verfügung und fand auch das Vertrauen der Mitglieder als 1.Vorsitzender.

Seit einigen Jahren wurde dem Vorstand auch ein ältestenrat angegliedert, der bei Streitigkeiten und bei besonderen Anlässen seines Amtes waltet.

 

1970

Unter der Vereinsführung von Fritz Fischbach feierte der Sportverein 1920 in der Zeit vom 12.Juni bis 15.Juni 1970 sein "Goldenes Vereinsjubiläum" verbunden mit Pokalturnieren und dem Jubiläumsspiel gegen SV Südwest Ludwigshafen - damalige Regionalliga Südwest -. Auch dieses Fest bedeutete für den SV 1920 ein Höhepunkt und war in der Vereinsgeschichte ein voller Erfolg. Die Schirmherrschaft hatte Bürgermeister Josef Krebs übernommen.

In der Jahreshauptversammlung 1971 trat Fritz Fischbach aus gesundheitlichen und auch beruflichen Gründen als 1.Vorsitzender zurück. Als neuer und bereits früherer 1.Vorsitzender stellte sich Karl-Heinz Burk zur Verfügung. Ihm wurde von den Versammlungsteilnehemern das einstimmige Vertrauen zur Führung des Vereins ausgesprochen. In seine Zeit als 1.Vorsitzender fällt die Einweihung des neuen Sportplatzes "In den Mühlwiesen".

Dieses neue Sportgelände, das als eines der schönsten in engerer und weiterer Umgebung bezeichnet werden kann, hat die Gemeinde den sporttreibenden Vereinen zur Verfügung gestellt.

1980

Das 60-jährige Vereinsjubiläum feierte der SV 1920 in der Zeit vom 7. Juni bis 9. Juni 1980, verbunden mit einer Sportwoche vom 31. Mai bis 5. Juni 1980. Für die Durchführung dieses Festes war der 1.Vorsitzende Karl-Heinz Burk mit seinen Vorstandsmitgliedern verantwortlich. Als Schirmherr fungierte der damalige stellvertretende Bezirksfußballwart Günther Christ.

Seit dem Jahre 1981 ist der Sportverein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Friedberg, Hessen eingetragen. Eine neue Satzung wurde verabschiedet.
In der Jahreshauptversammlung am 26.1.1983 verzichtete Karl-Heinz Burk auf eine Wiederwahl als 1. Vorsitzender. An seine Stelle wurde der Bauunternehmer Paul-Heinz Wagner einstimmig zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

1990 Aufstieg in die damalige Bezirksliga (heute KOL) mit Trainer Hans Schaupp


Die Vereinsgeschichte wird demnächst fortgeschrieben.

 

 

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